Studieren – Zwischenreport
es ist schon ein paar lenze her, da kam ich auf die wunderbare idee, wie toll es doch wäre, sich nochmal mit so nem schönen diplom einzudecken. so als einfacher angestellter bringt man es ja heute dann doch nicht mehr wirklich weit. und wenn man sagen kann, ich hab studiert, dann bekommt man vielleicht mal die wirklich interessanten aufgaben vom chef zugeschustert und es bleiben doch noch ein paar taler mehr am monatsende übrig.
gesagt, getan…
ich also losgelaufen, mich informiert und für das wunderbare studium neben dem beruf entschieden. ich wollte mich zur diplom-wirtschaftsinformatikerin weiterbilden lassen. schon damals erklärten mir besorgte mit-kollegen, wie sinnlos dieses unterfangen ist. ich lies mich aber keinegswegs beirren, und fing hochmotiviert zum sommersemester 2007 an. ich lief zu den vorlesungen und lernte fleissig für die klausuren.
jetzt kämpfe ich mich also seit nunmehr zwei ganzen und nem halben jahr durch abendschule, klausuren und hausarbeiten. und ich habe immer noch die worte meiner mit-kollegen im ohr, wieso eigentlich?
um ehrlich zu sein, das frage ich mich mittlerweile auch.
ich habe bisher viel über die wirtschaft gelernt, wie so ein land und ein unternehmen funktionieren (können, sollen, wollen), aber es doch nicht tun. und viele diagramme und modelle gesehen, die ja alles so schön und einfach darstellen. ich habe gelernt, wie man statistiken manipuliert und nicht im lotto gewinnt, ich habe viele nette und nicht so nette menschen getroffen, einige davon kenne ich heute noch nicht, viele dozenten, die mal mehr und mal weniger motiviert waren, ich habe herausgefunden, was ich mit meiner zeit lieber anstellen würde, als mir abends den popo platt zu sitzen oder zu lernen, ich habe mich in stresssituationen kennengelernt und ich habe gelernt, dass urlaub eines der schönste dinge ist, die die arbeitswelt zu bieten hat, ich bin twitter-abhängig geworden… aber was ich für meinen job hier mitnehmen konnte, habe ich bisher noch nicht gelernt.
vielleicht habe ich einfach nur den falschen job, oder man lernt im studium wirklich was fürs leben… aber für den job? abgesehen von dem schönen zettel, den wir dann am ende der dreieinhalb jahre in den händen halten, bringt so ein studium wohl nicht wirklich viel. man wird, abgesehen von der arbeit, gezwungen, sich mit themen zu beschäftigen, die einen mehr oder weniger interessieren. und dann bekommt man einen zettel, wo diplom draufsteht. hätte man mir jetzt n paar bücher in die hand gedrückt, die hätte ich dann durchgelesen, meinetwegen noch ne klausur geschrieben. aber damit hätte ich dann mein pensum auch bewältigt…
ja, vielleicht bin ich einfach nur frustriert, geschafft oder was auch immer… aber manchmal muss man auch mal seine entscheidungen in frage stellen, um zu lernen und es nächstes mal besser zu machen…