‘Ich habe sie Geliebt’
Gestern habe ich mir endlich ‘Ich habe sie geliebt’ mit Daniel Auteuil (Pierre), Marie-Josée Croze (Mathilde) und Florence Loiret (Chloe) im Kino angeschaut. Und ich bin von dem Film begeistert.
Es ist ein wunderschöner Liebesfilm, der alle Chancen hat, neben den großen Filmen dieser Welt zu stehen.
Chloe, die gerade von ihrem Ehemann für eine andere Frau verlassen würde, fährt, total enttäuscht, bitter, tief-traurig, mit ihrem Schwiegervater, Pierre, über das Wochenende in ein Landhaus. Dort schleicht sie durch die Räume wie ein Geist, am Ende ihrer Kräfte, am Ende ihres bisherigen Lebens, nicht wissend, was nun werden soll.
Pierre nimmt sich ihrer an und beginnt von seiner großen Liebe zu erzählen, die er aufgrund von Mutlosigkeit wieder hat ziehen lassen und bei seiner Familie geblieben ist.
Pierre trifft auf einer seiner Geschäftsreisen auf Mathilde, die beiden verlieben sich ineinander und es beginnt eine große, leidenschaftliche Affäre. Beide beginnen zu lieben und zu leben wie sie es vorher nicht für möglich gehalten haben. Die Welt um sie herum existiert nicht mehr.
Bis es zu einem Ende kommt, das vorhersehbar war. Mathilde stellt Pierre letzlich vor eine Entscheidung. Und auch wenn Pierre nichts lieber würde, als ein Leben mit Mathilde zu verbringen, kehrt er zu seiner Frau zurück.
Die beiden liebenden Pierre und Mathilde werden hier wunderbar menschlich und verletzlich gezeigt. Die Romanvorlage von Anna Gavalda ‘Je l’amais’ wurde sehr kunstvoll umgesetzt. So erzählt Pierre seinem einzigen Publikum, Chloe, seine Liebesgeschichte. Und genauso gebannt wie Chloe ihm zuhört, sitzt auch der Zuschauer in seinem Sessel und ist gefangen in Pierres Worten.
Der Film lebt mit seiner Geschichte. War er anfangs trist und grau, so lebt er mit der Liebe der Protagonisten auf. Die Farben und das Leben von HongKong geben dazu den nötigen Rest.
Auch sind die Vermischung der Erinnerung von Pierres Erzählung und der Geschichte an sich einfach wunderbar. Die Übergänge sind meisterhaft gelungen. So sitzt Chloe zum Beispiel auf ihrer Couch in einem Hotel in HongKong oder die Worte von Pierre im Landhaus werden direkt in die nächste Szene eingespielt, während er erzählt.
Alles in allem hat der Film mir sehr gut gefallen. Für einen Sommerabend, an dem man lieber am Wasser mit einem Glas Wein sitzen möchte statt in einem muffigen Kino, ist es schon ziemlich schwere Kost. Aber davon abgesehen, ist der Film unbedingt sehenswert.