Slumdog Millionär

Nachdem ich ja ‘Rupien, Rupien‘ oder ‘Q&A’ gelesen hatte und das Buch mir super gefallen hat, war ich natürlich sehr gespannt, den Film ‘Slumdog Millionaires’ endlich einmal zu gucken, der ja auf dem Buch von Vikas Swarup basiert.
Es geht um Jamal, einem jungen Inder, der bei der indischen Version von ‘Wer wird Millionär’ mitmacht und dort bis zur 20 Millionen Rupien Frage kommt. Schnell kommt der Verdacht auf, dass ein ‘Slumdog’ und ‘Chai-Wallah’ niemals alleine soweit kommen würde. Jamal wird festgenommen und auf der Polizeiwache verhört. Dort erzählt er seine mitreißende Geschichte, die immer wieder überraschend ist und ihm die Antworten auf die gestellten Fragen gibt. Er berichtet von seiner Liebe zu Latika, die ihn vorantreibt und letztlich bei ‘Wer wird Millionär’ teilnehmen lässt.
Die Geschichte ist sehr schön erzählt. Sie zeigt uns Indien von einer anderen Seite, als nur von den schönen Touristenattraktionen und Bollywoodfilmen. Wir werden durch schrecklich stinkende Slums geführt, in denen Prostitution und Gewalt an der Tagesordnung stehen, bekommen Kontakt zur skrupellosen Bettlermafia und kämpfen einfach nur ums Überleben. All diese Eindrücke sind eindrucksvoll in ‘Slumdog Millionärs’ umgesetzt.
Zum Schluß muss ich hier aber gestehen, dass ich von dem Film ein wenig enttäuscht bin und mehr erwartet habe. Er war sehr gut umgesetzt und hat die Idee des Buches großartig übernommen. Aber die Geschichte von Jamal oder Ram und seinen Freunden wurde hier sehr anders erzählt, als ich sie aus dem Buch in Erinnerung habe. So sind für mich wichtige und schöne Szenen aus dem Buch einfach verloren gegangen, auf die ich mich gefreut hatte. Daher lohnt es sich hier auf alle Fälle noch einmal im Buch nach zu lesen, wie dort Jamals Reise verlaufen ist.
Eines steht auf alle Fälle fest, Jamals Schicksal war es, in dieser Show aufzutreten… Und sich diesen Weg, wie auch immer er aussehen mag, anzuschauen, ist spannend und sehr interessant, sowie als Film als auch als Buch!
