Archiv für January, 2009

Date: January 30th, 2009
Cate: Doctor's Diary

Doctor’s Diary für Grimme Preis nominiert

Nachdem Doctor’s Diary letztes Jahr ja schon den Preis als beste Serie beim Deutschen Fernsehpreis und beim Deutschen Comedypreis erhalten hat, wurde sie auch für den diesjährigen Grimme Preis nominiert. Mit in der Kategorie der ernannten Nominierten sind “Dr. Molly und Karl” (Sat.1) und “Mord mit Aussicht” (ARD/WDR). Ich denke mal, die Chancen stehen nicht schlecht, auch hier wieder groß abzuräumen.

Die Gewinner werden am 25. März in Düsseldorf bekanntgeben.

Das  Adolf-Grimme-Institut verleiht seit 1964 jährlich die Auszeichnung an die besten deutschen Fernsehsendungen.


Date: January 29th, 2009
Cate: Neuigkeiten

Shopaholic ab 12. März in deutschen Kinos

Nachdem ich gestern im Kino war, Wenn Geister lieben, toller Film, ist wirklich zu empfehlen, für einen netten Abend in schöner Gesellschaft! ;o), und den Trailer von Shopaholic auf der großen Leinwand gesehen habe, wurde mal wieder meine Vorfreude angeheizt. Becky Bloomwood as Shopaholic kommt ins Kino.

Ich habe mich gleich nochmal auf die Suche nach dem deutschen Kinostart gemacht. Und es steht fest. Es ist der 12. März 2009. Also noch gut 6 Wochen Mädels und dann heißt es, ab ins Kino und die Abenteuer von Becky auf der großen Leinwand erleben.

Ich freue mich schon riesig und der Mädelsabend für den 12. März oder gar der Vorpremiere ist schon gebucht!

FREU!!!

http://www.shopaholic-derfilm.de/

Date: January 20th, 2009
Cate: Persönliches

Ein lachendes und ein weinendes Auge

So sehr ich es auch geniesse, dass die Tage jetzt wieder länger werden und wir damit den ersten Frühlingstagen entgegengehen, so bin ich doch auch ein wenig traurig.

Auf meinem Weg zur Arbeit, den ich von Zeit zu Zeit ja mal mit dem Zug bestreite, komme ich oft an einem großen Rangierbahnhof vorbei, der mit tausenden von Lampen besetzt ist. Wenn es dort dunkel ist, dann ist der ganze Bahnhof mit diesen Lichtern beleuchtet und es sieht einfach phantastisch aus. Ich schaue mir dieses Spektakel immer wieder gerne an, wenn ich dort vorbeifahre.

Doch heute Morgen, als ich da vorbeifuhr und die Sonne langsam aufging, war dieses Spektakel vorbei. Das Lichtermeer ist der aufgehenden Sonne zum Opfer gefallen. Die Sonne übernimmt jetzt wieder das Regime und die Lichter in der ganzen Stadt werden jetzt immer mehr verblassen.

Date: January 14th, 2009
Cate: Persönliches

Rückblick 2008

Wenn ich einen Rückblick an mein letztes Jahr, 2008, tätige, dann war es in vieler Hinsicht für mich ein Jahr des Idole-Sterbens.
Wir treffen jeden Tag neue Menschen, lernen sie erst einmal oberflächlich kennen, stellen sie auf einen Podest, auf dem wir sie dann anbeten können. Vielleicht bleiben sie ein Leben lang da oben, aber einige wenige lernen wir genauer kennen. Und mir passiert es dann, dass diese Menschen ihren Glanz verlieren. Das, was man an ihnen geschätzt oder geliebt hat, verflüchtigt sich. Zum einen bemerkt man, dass es auch nur Menschen sind, die sich den täglichen Problemen des Lebens, wie wir auch, stellen müssen. Zum anderen erblicken wir hinter ihrem Schein Nichts. Sie fallen, langsam aber sicher, von diesem Podest. Einige wenige bleiben bei dir auf Augenhöhe stehen. Bei anderen kann man nicht mehr verstehen, was an ihnen so besonders war. Denn sie haben alles verraten, woran man bei ihnen geglaubt hat. Und sie verschwinden aus unserem Blickfeld.
Auch ich habe dieses Jahr wieder einige neue Menschen kennen lernen dürfen. Einige wenige durften den Altar erklimmen. Ein paar sind gleich wieder heruntergeklettert. Andere haben sich den Platz dort oben hart erkämpft und durften bleiben.
Jetzt sind zwei Wochen ins Land gezogen und der nächste Mensch hat sich vom Podest gestoßen. Man sieht es meist nicht kommen, bis einen dann die Hässlichkeit mit voller Wucht ins Gesicht schlägt. Und ich sitze hier und kann es nicht glauben, will es nicht wahr haben, frage mich, was passiert ist, warum er oder ich so reagieren. Aber es ist Fakt. Menschen kommen und gehen. Und ich muss sie ziehen lassen, wenn ich weiter leben will.

Die kleine Gruppe, die es sich auf dem Podest bequem gemacht hat, wird früher oder später dazu verdammt sein, zu fallen. Denn wir sind alles nur Menschen und werden nie den vollen Erwartungen unseres Gegenübers entsprechen können. Und wenn sie dann fallen, kann man sie auffangen, neben sich stellen. Diese Menschen sind dann immer noch interessant und liebenswürdig genug, dass man bei ihnen bleibt, bei einigen sogar ein ganzes Leben. Diese Menschen nennt man dann Freunde, fürs Leben. Man spürt dieses besondere Band, das einen, auch wenn man sich Jahre nicht sieht oder tausende Kilometer entfernt ist, immer wieder zu dem anderen zieht, besondere Augenblicke erleben lässt, die wichtig sind, um das Band zu stärken.

Freundschaft ist ein starkes Wort und sicher nicht leicht zu verdienen. Sie muss gepflegt werden, damit sie stark bleibt. Menschen, die Freunde werden, gehören auf gleiche Augenhöhe. Podest oder Abgrunde, das ist kein gemeinsamer Grund, auf den man etwas aufbauen kann. Wer auf Augenhöhe steht, dem kann man in die Augen schauen, unbewusst Worte austauschen und wachsen. Und wenn wir Freunde sind, wachsen wir zusammen und steigen empor. Wohin auch immer…

Date: January 8th, 2009
Cate: The Biggest Loser
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Heute Start der ProSieben Reihe ‘The Biggest Loser’

Heute ist es endlich soweit, Pro Sieben startet seine langerwartete Show ‘The Biggest Loser’. In diesem Format, welches von der überaus erfolgreichen gleichnamigen amerikanischen Show abgekupfert wurde, geht es darum, wer von den 14 Protagonisten in zehn Wochen das meiste Gewicht verliert. Und wer dann der ‘größte Verlierer’ ist, hat gewonnen, am meisten Lebensgefühl und vor allem die Siegprämie von 100.000 Euro, die dann sicher auch nötig ist, da man sich ja schließlich komplett neu einkleiden muss. Oder gleich Werbung für C&A und H&M machen geht und die Klamotten dann behalten darf. ;o) Moderiert wird der ganze Spaß von Katharina, Kati, Witt, die sich hier als Ernährungsexpertin outen darf.

Wenn man die Presse in den letzten Tagen ein wenig beobachtet hat, so wurde diese Show schon wieder sehr kontrovers diskutiert. So wurde unter anderem von einer Politikerin gefordert, die Sendung zu boykottieren, denn diese würde Illusionen wecken und immer mehr Menschen in die Magersucht und eventuell den Tod treiben. Pro Sieben kontert natürlich mit der Aussage, dass sie den Teilnehmern helfen möchte, sich in ihrem Körper und ihrem Leben wohl zu fühlen. Andere Meinungen machen sich Sorgen über die Würde des Zuschauers und auch der Teilnehmer. Zum einen wird hier dem Publikum mal wieder unterstes Niveau zugemutet. Zum anderen werden hier die Vorurteile über Dicke mal wieder richtig ausgeschlachtet, wie etwa man isst zuviel, bewegt sich zu wenig, also ist man dick! Den wahren Gründen der Übergewichtigkeit, wie soziale Probleme, Arbeitslosigkeit, Depressionen, wird hier schön aus dem Weg gegangen. Sehr schön finde ich auch ein Zitat von Katharina Witt, die Teilnehmer hätten Raubbau an ihrem Körper betrieben. Herrlich.

Solche und andere Diskussion zum Wohl der Jugend gibt es ja auch jährlich, wenn eine neue Staffel von Heidi Klum’s Suche nach dem nächsten Top-Model los geht. Geschaut wird das Format, viele sind begeistert, aber dass sich das schlecht auf die Psyche der Deutschen (Jugend) ausgewirkt hat, habe ich noch nicht erlebt. Und wenn es um die Würde des Fernsehzuschauers geht, bleibt einem immer noch die Möglichkeit für den Gang in die nächste Videothek, mit der man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt.

Mein Fazit ist im Endeffekt, wer sich die Show anschauen möchte, soll es tun. Viele Übergewichtige werden mitunter zu ihren Vorsätzen für das neue Jahr, neue Motivation und Anregungen, in ihrem Bestreben abzunehmen, finden. Die weniger Gewichtigen werden sich mitunter einen Spass aus der Sendung machen. Aber wer schon einmal zuviel auf den Rippen hatte, wird wissen, wie schwer es wirklich ist, abzunehmen. Und wenn diese Show den Teilnehmern dabei geholfen hat, ihre Ziele zu verwirklichen, so kann ich nur sagen, lass sie doch. Sie werden im vorherein gewusst haben, dass diese Show ausgestrahlt wird und dass sie sich der Öffentlichkeit damit zur Schau stellen. Ein hoher Preis für die Würde. Aber für sie hat sich der Preis vielleicht gelohnt und das Ergebnis war es wert.

Was wirklich hinter der Show steckt, werden wohl nie erfahren. Und welche Auswirkungen die Show hat, werden wir in den nächsten Wochen mitbekommen. Eines bleibt mir hier nur noch zu sagen, wer interessiert ist, kann sich ab heute Abend 20.15 Uhr auf Pro Sieben ‘The Biggest Loser’ anschauen und sich selbst eine Meinung zum Thema bilden. Viel Spaß!

Date: January 5th, 2009
Cate: Persönliches

Geschichten, die das Leben schreibt

Es gibt Dinge, die passieren anderen und es gibt Dinge, die passieren vorzugsweise mir.

Wie auch heute geschehen. Ich habe euch ja schon von meinem kleinen roten Schnuckel erzählt, das gerne mal seinen eigenen Kopf durchsetzt und mir immer wieder gerne dabei behilflich ist, ein paar Gehirnzellen zu verlieren, Falten zu bekommen und ein wenig mehr Bewegung zu erlangen. Um der roten Kugel allerdings mal wieder zu verstehen zu geben, dass es ja auch nur ein Auto ist, kam es vor kurzem in die Werkstatt, um mehrere kleine Macken zu beseitigen, wie unter anderem einen Reifen, der mit der Zeit gerne mal das ein oder andere Bar Luft verlor.

Ich hatte natürlich höchstes Vertrauen in die deutsche Wertarbeit und so fuhr ich dann nach dem Aufenthalt in der Werkstatt lustig meine Kilometer ab. Und freute mich, mal wieder Herr über mein Auto geworden zu sein und der übermächtigen Rasse Mensch anzugehören.

Bis ich dann heute mal wieder eines besseren belehrt wurde.

Auf meinem Weg von der Arbeit zurück nach Hamburg und zur Uni bemerkte ich schon, dass mein Auto in eine gewisse Richtung lenkte und ich stark gegenlenken musste. Im Laufe der Strecke war es mir dann ein fragliches, warum mein Lenkrad so schwer zu bedienen war. Vor allem beim Einparken (vorwärts) hatte ich einige Probleme, denn ich kam kaum um die Ecke. Da mir der Werkstattaufenthalt noch im Gedächtnis war, schaute ich um die Ecke und bemerkte sogleich den Grund meiner Schwierigkeiten. Ich hatte einen Platten. Und genau an dem Reifen, der vor kurzem einer Schönheitskur unterzogen wurde. Ich machte mir erst einmal keine Gedanken weiter, denn es galt dem Wort meines Dozenten zu lauschen, der uns nicht nur auf die nächste Prüfung, sondern auch auf das Leben vorbereiten wollte.

Als ich dann quälende Momente voller Kaugummi hinter mir hatte, ging ich zurück zum Auto, in der Hoffnung, es doch noch bis zur nächsten Tankstelle zu schaffen, um den Reifen wieder aufzupumpen, und es eventuell noch bis nach Hause zu schaffen. Nur sah das ganz schlecht aus, denn die Felge hatte bereits Freundschaft mit dem Hamburger Betonboden geschlossen.

Da ich ja nun kein Kind von Traurigkeit bin, war die nächste Aktion bereits beschlossen, Reifenwechsel. Ich habe hinten immer einen Ersatzreifen drin, der aus meinem Bestand der Sommer- oder Winterreifen kommt. Allerdings bin ich auch nur eine schwache junge Dame und bediente mich der Hilfe, eines jungen starken Passanten, um die Muttern der Reifen lose zu machen. Der willigte wiederwillig ein. Nicht aber ohne mich zu fragen, ob ich nicht Mitglied beim Autoclub bin, der mit AD anfängt und AC aufhört. Nun bin ich ein Nutzniesser einer Servicemitgliedschafts eines Pannenhelfers (nicht des ADACs), aber um einen blöden Reifen zu wechseln, muss ich doch wahrlich nicht die Dienstleistung eines solchen in Anspruch nehmen, oder? Es ist doch nur ein Reifen. Bis der vor Ort ist, habe ich doch den Reifen schon dreimal gewechselt. Zumal ich natürlich Handynummer und Co gerade nicht (!) zur Hand hatte. Also half mir der junge Mann bein Lösen der Muttern und ging seiner Wege. Den Rest konnte ich auch gut alleine erledigen.

Kaum war der Helfer ausser Sichtweite kam eine Freundin vorbei, der ich vorher noch von meinen Sorgen bezüglich des Reifens erzählt hatte. Da es ja im Winter schon gegen fünf dunkel ist, spendete sie mir mit ihrem Auto etwas Licht. Ich schraubte die restlichen Schrauben ab und wechselte den Reifen. Dank dem Licht war dies auch nicht wirklich ein Problem und ich konnte leicht die Löcher für die Muttern finden. Die Freundin stand daneben und unterhielt mich derweil ein wenig. Ob sie tanzte oder sich beschwingt gegen das Auto lehnte, konnte ich dabei leider nicht erkennen, denn meine volle Aufmerksamkeit galt der Sache. Als die Schrauben wieder dran waren, haben wir den nächsten Passanten um Hilfe gebeten, die Schrauben noch einmal ordentlich fest zu ziehen. Das Problem hatte ich ja vorhin schon einmal kurz angerissen. Der hatte allerdings gerade einen Bandscheibenvorfall hinter sich und konnte nicht behilflich sein. Aber er hatte noch ein paar gute Ratschläge parat.

Nachdem dann der Sommerreifen mein Auto zierte, ging es zurück auf die winterlichen Strassen von Hamburg. Nach Hause habe ich es noch gut geschafft. Morgen werde ich meiner Werkstatt dann wohl noch einmal einen Besuch abstatten müssen.

Wenn ihr morgen also jemanden im Metronom sitzen seht, den ihr schon eine Weile nicht mehr gesehen habt und der ein wenig verzweifelt aussieht, dann habt ihr gute Chancen, dass ich das bin…

Date: January 4th, 2009
Cate: Persönliches

Liebe ist …

Liebe dich selbst und es ist egal, wen du heiratest.

Ich liebte mich selbst und ehelichte meine Heizdecke!

Jana

Date: January 3rd, 2009
Cate: Kurzgeschichten
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Wie lange wird es dauern?

Wenn ich jetzt gehen würde, wie lange würde es dauern, bis die Menschen merken, dass ich weg bin? Wie lange würde es dauern, bis sie sagen, „Sie ist gegangen!“.
Was würde ich zurücklassen? Nachbarn, die endlich einen neuen Mitbewohner bekommen, der täglich den Flur reinigt und jedes Wochenende die Fenster putzt. Ein Chef, der endlich seine Arbeitsmaschine bekommt, die von morgens bis abends arbeitet, keine Pinkelpausen einlegt und die anderen Kollegen vom arbeiten abhält, jemanden der stumpf die Anforderungen abarbeitet. Freunde können nachts endlich durchschlafen, werden nicht von hysterischen Anrufen geweckt und müssen Jugendherberge spielen, wenn der Kummer mal wieder zu groß geworden oder der Schlüssel im Nirgendwo liegen gelassen wurde.
Aber was ist mit der Person, die euch verlassen wird? Wird man die Person vermissen? Ihr ansteckendes Lachen, ihren Witz, ihre Spontanietät, die irrwitzigen Einfälle, die Begeisterung für alles und nichts, die Reden von Licht und Dunkelheit, die Träume, die Naivität, die Liebe in ihrem Herzen, ihre Großmütigkeit, ihr Wesen.
Wie lange würde es dauern?
Wie lange würde es dauern, bis ich eine neue Heimat gefunden habe? Werde ich dort nicht die gleiche sein? Eingeschüchtert, ängstlich, träumerisch, … Oder werde ich dort eine andere werden? Weil man mich mit offenen Armen empfängt, mich annimmt, mich ausquetscht, mir meinen Freiraum und meine Eigenheiten lässt?
Das Leben hier treibt mich davon. Ich halte es hier nicht mehr aus. Ich verliere das Oberwasser. Nur wie wird es da drüben sein? Da drüben, wo die Wiesen grüner und der Himmel blauer sind? Was werde ich sehen, wenn ich zurück blicke? Wird es auch da drüben sein? Mit saftigen grünen Wiesen und himmelblauem Horizont? Oder halten die Wiese und der Himmel was sie versprechen? Ein schöneres Leben voller Farbe und Schönheit? Kann ich meine Einsamkeit dort überwinden? Was wird mich erwarten?

Ich packe meine Sachen in meinen Koffer. Ich nehme mir mein Kuschelkissen, drücke es fest an mich, sehe mich um. Für dieses Leben hier habe ich nichts mehr zu geben. Meine Kraft ist am Ende, die Erwartungen sind enttäuscht, Hoffnungen verloren. Ich hinterlasse eine leere Wohnung und steige in mein Auto. Ich wollte schon immer einmal wissen, wie weit mich dieses rote Wunder auf vier Rädern noch bringt. Ich wollte schon immer einmal ans Mittelmeer, nach Frankreich. Mein Auto und ich. Das Leben liegt vor mir, der Tod hinter mir. Als ich meinen Schlüssel ins Zündschloss stecke und ihn umdrehe, spüre ich, wie mir die Steine reihenweise vom Herz fallen. Je weiter ich mich von meinem alten Leben entferne, umso mehr spüre ich, wie neues Leben in mir erwacht, wie eine kleine Knospe erblüht und nach Leben schreit, um wachsen zu können. Nach Liebe, Sehnsucht, Träumen, wahr gewordenen und welche, die noch darauf warten, wahr zu werden, nach Wein, dem Meer und der Sonne.
Ich habe mich von allen verabschiedet, versprochen zu schreiben, anzurufen.
Wie lange wird es dauern, bis man mich vergisst, die Briefe versiegen, die Telefonate ausbleiben?
So ist das Leben nun einmal. Man lebt sein Leben weiter, man schaut voraus, nicht zurück, man denkt nicht an die Verlorengegangenen, die die gegangen sind. Man bleibt zurück und geht doch voran…

Mein Weg führt mich zur Sonne und zum Meer. Und wie ich so aufs Wasser hinausschaue, denke ich an die, die ich zurückgelassen habe, meine Freunde, die Familie, meine Kollegen, meine Nachbarn. Ich weiß, dass sie mich vermissen werden. Aber das ist ihr Schmerz und nicht meiner. Ich gehe meinen Weg und folge meinen Träumen. Zu lange habe ich für sie gelebt und bin dabei einen kleinen Tod gestorben. Aber jetzt, hier, schaue ich aufs Meer und fühle mich frei, am Leben. Die Knospe in mir erblüht mit jedem weiteren Kilometer, den ich auf meinem Weg zurücklege. Und mit ihr erblühe ich. Ich öffne meine Arme, ich schreie, ich lache, ich weine, ich werde von neuem geboren und heiße mein Leben willkommen…