Morgens in Hamburg
Die Augen halb geöffnet, eingereiht in Blechkarawanen miesgelaunter Hamburger vor dem Aufstehen, das Gaspedal am Anschlag, alles Grau in Grau, erscheint auf einmal ein Traum in Anthrazit und Blau/Weiß vor meiner wachgerüttelten Existenz.
Und hinter ihm schleiche ich in meinem roten Alptraum, der jeden Tag neue Wehwehchen erfindet, um mich um meinen erholsamen Arbeitsalltag zu bringen, luftige Reifen, luftleeres Klimatikum, defekte Scheibenwischer, einfach nur Stehenbleiben.
Und während ich mal wieder im überfüllten Zug nach nirdendwo sitze, um meinen Träumen aus dem Weg zu gehen, begegne ich dem Sinn meiner täglichen 8 Stunden, sich den Popo wund sitzen, um schwarze Löcher zu stopfen, die ihr gefräßiges Maul nach dem letzten Penny verzehren. Und die restlichen Träume bleiben am Wegesrand liegen, während einige Tonnen aus Blech an ihnen vorbeirasen und die Gedanken auf weniger subtile Luftschlösser gelenkt werden, ‘Die Fahrkarten bitte!’.
Und wenn ich morgen wieder in meine rote Knutschkugel steige, sofern sie sich dazu animieren lässt, den grauen Alltag mit mir teilen zu wollen, werde ich mir vorstellen, aus Rot wird Anthrazit und aus zwei Buchstaben werden drei in Blau Weiß. Und der Parkplatz vorne wäre meiner, und das Büro ganz oben trägt meinen Namen, und aus Grau wird Blau, und aus kalt wird warm, und …
Morgens halb acht in Hamburg…