Siehst du die beiden Mädchen da hinten spielen? Wie jung und unschuldig sie doch sind. Sie denken nicht, an das morgen oder das gestern. Sie kümmern sich nicht um den Einkauf oder die Wäsche, die gewaschen werden muss. Sie sitzen auf den Schaukeln und fliegen immer höher in den Himmel. Sie lachen und haben Spaß. Sie sind unbeschwert und genießen das Leben. Wir können soviel von den Kindern lernen, was uns nicht mehr bewusst ist. Den Moment genießen, nicht soviel über das was wäre wenn nachdenken, sondern einfach handeln. Die Kinder handeln aus ihrem Instinkt heraus, sie machen, was das Universum ihnen sagt. Sie sind damit mehr verbunden als wir. Du sagst, sie haben ja auch keine Verantwortung und keine Pflichten. Das möchte ich dir auch gar nicht nehmen. Sie sollen dir erhalten bleiben. Ja, was möchtest du dann, fragst du mich. Ich möchte einfach, dass du dich auf diesen einen Moment verlässt und dich gehen lässt. Denke nicht nach, sondern genieße diesen Moment einfach. Nimm ihn auf, mit allem was dir gegeben wurde. Denke nicht nach, sondern handele einfach. Gehe deinem Instinkt nach. Was würdest du jetzt gerne machen? Du schaust zur Schaukel. Geh rüber, und tu es einfach. Geh… Und du gehst rüber und tust es. Du setzt dich auf die Schaukel und nimmst Schwung. Immer höher, immer weiter. Du fühlst dich wieder jung und frei und voller Energie. Alle deine versteckten Träume kommen wieder. Das Pony, das Barbietraumhaus, der Hund, Clara und Louise… Alles ist auf einmal wieder da. Diese Unbeschwertheit. Und während du immer weiter aufsteigst gen Himmel, fängst du an zu lachen. Aus tiefstem Herzen. Du lachst und lachst. Du achtest auf niemanden. Die Sonne scheint, dein Bauch überflügelt sich… Und du nimmst neuen Schwung. Noch einen Anlauf mehr und du überschlägst dich… Es macht soviel Freude.
Dann schleicht sich ein Gedanke in deinen Kopf, der dir so fremd und so falsch vorkommt. Was machst du hier eigentlich? Du bist siebenundzwanzig und sitzt auf einer Schaukel und lachst. Bist du bescheuert? Nein, sagst du dir, ich habe Spaß. Seit Jahren hatte ich nicht mehr so einen Spaß. Und du lachst dich und deine Gedanken aus. Aber sie haben schon wieder die Oberhand ergriffen. Du steigst von der Schaukel ab und gehst weiter deinen Weg. Aber zufrieden und mit einem kleinen Frieden in dir, den du heute für dich gefunden hast. Hier bei den Schaukeln.
Abends als du im Bett liegst, schwingst du dich wieder von einer Seite zur anderen. Und du steigst immer höher… Und kurz bevor du ins Reich der Träume übergehst, schaffst du es. Du machst den Überschlag…